Zeckenbiss bei Kindern: Erkennen, entfernen, vorbeugen
Das Wichtigste in Kürze
Wo und wann Zecken am häufigsten vorkommen
Zecken sind in ganz Deutschland verbreitet, besonders jedoch in den vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen FSME-Risikogebieten. Sie halten sich bevorzugt in bodennahen Gräsern und Unterhölzern in einer Höhe von 10-60 Zentimetern auf. Entgegen der weit verbreiteten Annahme fallen sie nicht von Bäumen auf unseren Kopf, sondern klettern vom Gras auf unsere Haut – weshalb Kinder sie sich oft auf Grünflächen, Sportplätzen, Spielplätzen oder im Wald einfangen. Erschwerend kommt hinzu, dass Zecken nicht nur Menschen befallen, sondern auch Haustiere wie Hunde und Katzen. Da sie so auch ins Haus gelangen können, stellt das einen zusätzlichen Risikofaktor dar.
- Lebensraum: Wälder, Wiesen, hohes Gras, Gebüsch, aber auch Stadtparks und Gärten.
- Aktivitätszeit: Zecken sind ab Temperaturen von etwa 7 °C aktiv – die Hauptsaison reicht von März bis Oktober, milde Winter verlängern diese Zeit.
- Lieblingsplätze: Sie sitzen an Grashalmen und Sträuchern in Knie- bis Hüfthöhe und lassen sich von vorbeigehenden Menschen oder Tieren abstreifen.
Wie groß werden Zecken – und warum beißen sie?
Was passiert bei einem Zeckenbiss?
Zecken richtig entfernen
1. Ruhe bewahren – Setz dich mit deinem Kind hin und erkläre ruhig, was passiert.
2. Werkzeug vorbereiten – Eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder feine spitze Pinzette bereitlegen.
3. Zecke hautnah greifen – Möglichst dicht an der Haut ansetzen, um den Körper nicht zu quetschen.
4. Langsam und gleichmäßig ziehen – Gerade herausziehen, ohne zu drehen oder ruckartig zu reißen.
5. Bissstelle desinfizieren – Mit einem Hautdesinfektionsmittel oder klarem Wasser reinigen.
Werkzeuge zum Zeckenentfernen im Überblick:
- Zeckenzange: Metall- oder Kunststoffzange mit schmalen Spitzen, um die Zecke präzise zu fassen.
- Zeckenkarte: Flache Karte mit schmalem Schlitz, der unter den Zeckenkörper geschoben wird. Praktisch für unterwegs.
- Feine Pinzette: Gut geeignet für kleine Zecken, erfordert jedoch eine ruhige Hand.
- Zeckenlasso: Schlinge, die sich um den Zeckenkopf legt und sanft zuzieht – verringert das Risiko, den Körper zu quetschen.
Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss?
Zeckenbissen vorbeugen
Komplett verhindern lassen sich Zeckenbisse nicht, doch mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko deutlich reduzieren.
- Kleidung und Verhalten: Trage bei Spaziergängen in Wald, Wiese oder Park lange, möglichst helle Kleidung, damit Zecken leichter entdeckt werden können. Feste Schuhe sind wichtig,und Hosenbeine können in die Socken gesteckt werden, um Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren.
- Gründliche Körperkontrolle: Untersuche dein Kind nach jedem Aufenthalt im Freien sorgfältig – auch, wenn es nur im Garten gespielt hat. Achte besonders auf Haaransatz, Nacken, Kniekehlen, Achseln und Leistengegend. Zecken krabbeln oft erst längere Zeit auf der Haut, bevor sie zustechen.
- Zeckenschutzmittel anwenden: Anti-Zecken-Sprays bieten zusätzlichen Schutz, sollten aber regelmäßig nachgesprüht werden. Für Kinder gibt es spezielle Präparate mit niedriger Wirkstoffkonzentration, etwa mit Icaridin oder DEET in kindgerechter Dosierung.
