Vergiftungen bei Kindern: Gefahr erkennen & handeln
Das Wichtigste in Kürze
Häufige Ursachen für Vergiftungen bei Kindern
- Medikamente (Tabletten, Kapseln, Sirup)
- Putz- und Reinigungsmittel (z. B. Backofenreiniger, Entkalker)
- Pflanzen mit giftigen Bestandteilen (z. B. Efeu, Oleander)
- Rattengift und Schädlingsbekämpfungsmittel
- Kosmetika und Parfüms
- Alkohol und Zigaretten
- Batterien (Knopfzellen)
Symptome einer Vergiftung – So erkennst du sie
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchschmerzen und Durchfall
- Bewusstseinsveränderungen (Schläfrigkeit, Verwirrtheit)
- Atembeschwerden und Husten
- Krampfanfälle oder Muskelzuckungen
- Verätzungen im Mund, an Lippen und Schleimhäuten
- Starke Unruhe oder Angst
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was tun bei einer Vergiftung?
1. Kontakt mit der giftigen Substanz sofort beenden:
Unter Beachtung des Eigenschutz das Kind sofort aus dem Wasser retten. Dabei soweit möglich Hals und Kopf stabilisieren.
2. Mund gründlich ausspülen: Wenn die Substanz verschluckt wurde und dein Kind bei Bewusstsein ist, spüle den Mund mit klarem Wasser aus, um Reste zu entfernen.
3. Kein Erbrechen herbeiführen: Versuche niemals, Erbrechen auszulösen – das kann die Schleimhäute zusätzlich schädigen oder die Situation verschlimmern.
4. Sammle wichtige Informationen: Suche Verpackungen, Flaschen oder Reste, die Aufschluss über die Substanz geben können. Bereite dich darauf vor, diese Informationen weiterzugeben.
5. Giftnotrufzentrale anrufen: Die Giftnotrufzentrale gibt dir professionellen Rat und sagt dir genau, welche Maßnahmen notwendig sind. Sie kennt alle Arten von Vergiftungen und kann oft Entwarnung geben oder eine Klinikbehandlung empfehlen.
6. Medizinische Hilfe holen: Wenn die Giftnotrufzentrale oder du es für notwendig hältst, bring dein Kind schnell ins Krankenhaus. Bei schweren Symptomen wie Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen rufe sofort den Notruf 112.
WICHTIG: Bringe dein Kind niemals absichtlich zum Erbrechen! Das kann die Schleimhäute zusätzlich verletzen und die Situation verschlimmern. Gib deinem Kind auch keine Milch – bei vielen Substanzen kann Milch dazu führen, dass das Gift besser vom Körper aufgenommen wird und sich die Vergiftungserscheinungen schneller entwickeln.
Die 4 Top-Vergiftungsquellen bei Kindern
Zigaretten: Zigaretten enthalten Nikotin, das bereits in kleinen Mengen hochgiftig für Kinder ist. Schon der Kontakt mit Tabak oder das Verschlucken von Zigaretten kann zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall zu Atemnot führen. Wenn dein Kind Zigaretten in den Mund genommen hat, spüle den Mund aus und kontaktiere sofort die Giftnotrufzentrale.
Medikamente: Medikamente sind eine der häufigsten Vergiftungsquellen bei Kindern, vor allem wenn sie ohne Aufsicht eingenommen werden. Bereits eine geringe Menge von Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln oder anderen Arzneien kann gefährlich sein. Bewahre Medikamente immer sicher auf und rufe bei Verdacht auf Einnahme sofort die Giftnotrufzentrale an.
Reinigungsmittel & Putzmittel: Viele Putzmittel enthalten aggressive Chemikalien, die stark ätzend oder giftig sind. Ein Verschlucken oder Hautkontakt kann zu schweren Vergiftungen und Verätzungen führen. Sollte dein Kind Reinigungsmittel in den Mund genommen oder eingeatmet haben, spüle sofort mit viel Wasser und kontaktiere umgehend den Giftnotruf.
Pflanzen: Bestimmte Zimmer- und Gartenpflanzen enthalten Giftstoffe, die bei Kindern zu Vergiftungen führen können. Beispiele sind der Oleander, Eibe oder die Herbstzeitlose. Wenn dein Kind Pflanzenteile verschluckt hat, versuche, Reste zu sichern und suche Rat bei der Giftnotrufzentrale oder einem Arzt, auch wenn noch keine Symptome auftreten.
Im Notfall: Warum du die Giftnotrufzentrale anrufen solltest
- Wie alt und wie schwer ist das Kind?
- Was und wie viel wurde eingenommen?
- Wie erfolgte die Aufnahme? Geschluckt, eingeatmet oder Hautkontakt?
- Welche Symptome zeigt dein Kind (Husten, Erbrechen, Benommenheit, Schmerzen)?
- Was hast du bereits unternommen?
- Wer ruft an und wo ist der Unfall passiert?
Vorsorge: So kannst du Vergiftungen bei Kindern vorbeugen
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Medikamente sicher verstauen: Niemals auf Nachttischen oder offenen Ablagen liegen lassen. Wochenboxen kindersicher aufbewahren.
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Originalverpackungen behalten: Haushaltschemikalien und Medikamente immer im Originalbehälter lassen, um Verwechslungen zu vermeiden.
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Kindersichere Verschlüsse: Achte bei aggressiven Reinigern wie WC-Reiniger und Entkalker auf kindersichere Verschlüsse.
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Giftige Substanzen trennen: Bewahre keine giftigen Stoffe neben Lebensmitteln auf.
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Nicht vor Kindern einnehmen: Nimm Medikamente nicht vor den Augen deines Kindes ein, um Nachahmung zu vermeiden.
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Giftige Pflanzen entfernen oder sichern: Informiere dich, welche Pflanzen gefährlich sind und halte sie unerreichbar.
