Verbrennen & Verbrühen bei Kindern - so kannst du helfen
Das Wichtigste in Kürze
Was sind die häufigsten Ursachen für Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern?
- Heiße Getränke umkippen: Eine Tasse Kaffee oder Tee, die schnell vom Tisch gezogen wird.
- Wasserdampf aus dem Wasserkocher: Kinder greifen neugierig nach dem Dampfaustritt.
- Heißer Topf auf der Herdplatte: Ein schnell vergessenes Kochgeschirr kann schwere Verbrennungen verursachen.
- Greifen nach der Herdplatte: Besonders Kinder, die schon laufen, sind gefährdet, eine noch heiße Platte anzufassen.
- Kontakt mit Bügeleisen: Beim Bügeln kann das heiße Gerät schnell zur Gefahr werden.
- Beim Grillen oder Kaminfeuer: Offenes Feuer und heiße Flächen sind gefährlich, besonders wenn Kinder in der Nähe sind.
Verbrennen vs. Verbrühen: Was ist der Unterschied?
Schritt für Schritt: So hilfst du bei Verbrennungen und Verbrühungen
1. Ruhe bewahren und Kind beruhigen
Auch wenn die Situation erschreckend ist, ist es wichtig, dass du selbst ruhig bleibst. Kinder spüren deine Anspannung, und das kann ihre Angst und Schmerzen verstärken. Sprich sanft mit deinem Kind, halte es im Arm und versichere ihm, dass du da bist und ihm hilfst. So kannst du ihm Sicherheit geben, was die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflusst.
2. Die betroffene Stelle sofort kühlen
Kühle die verbrannte oder verbrühte Haut möglichst schnell mit lauwarmem, fließendem Wasser für etwa 10 bis 20 Minuten. Das senkt die Temperatur der Haut, lindert den Schmerz und verhindert, dass sich die Verbrennung weiter ausdehnt. Wichtig ist, dass das Wasser nicht eiskalt ist, denn zu kaltes Wasser kann die Haut zusätzlich schädigen und einen Schock auslösen. Verzichte auf Eis oder Eiswasser!
3. Kleidung vorsichtig entfernen und Haut nicht beschädigen
Wenn möglich, entferne vorsichtig enge Kleidung oder Schmuckstücke, die die Haut am verbrannten Bereich einschnüren könnten. Achte darauf, dass du die Haut nicht weiter verletzt, vor allem wenn Blasen vorhanden sind. Ziehe keine Kleidung ab, die festklebt – das kann die Haut zusätzlich schädigen.
4. Wundversorgung: Schütze die Haut ohne Hausmittel
Decke die verbrannte Stelle locker mit einem sterilen, sauberen Verband oder einer Wundauflage ab, um Infektionen zu vermeiden. Verwende keine Hausmittel wie Mehl, Zahnpasta oder Öle, da diese die Haut reizen oder Infektionen fördern können. Es gibt spezielle Brand- oder Wundgele, die unterstützend wirken und die Heilung fördern, aber auch hier gilt: Lieber die Anwendung mit einem Arzt absprechen.
5. Schmerzen lindern und das Kind beobachten
Wenn nötig, kannst du deinem Kind altersgerechte Schmerzmittel geben, zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen. Beobachte das Kind genau: Achte auf Anzeichen von Schock, Fieber, starke Schmerzen oder Veränderungen im Verhalten. Wenn das Kind sehr unruhig oder schläfrig wird, schnell atmet oder andere ungewöhnliche Symptome zeigt, suche sofort medizinische Hilfe.
6. Wann du unbedingt zum Arzt oder ins Krankenhaus musst
Bei großflächigen Verbrennungen, Verbrennungen im Gesicht, an den Händen, Füßen, im Genitalbereich oder an den Gelenken, sowie bei Verbrennungen dritten Grades (tiefe Gewebeschäden), sollte dein Kind sofort ärztlich untersucht werden. Auch wenn Blasen großflächig aufplatzen, starke Schmerzen oder Anzeichen einer Infektion (Rötung, Eiter, Fieber) auftreten, ist ein Arztbesuch dringend notwendig. Zögere nicht, den Notruf 112 zu wählen, wenn dein Kind Bewusstseinsstörungen zeigt, starke Atembeschwerden hat oder die Verbrennung sehr ausgedehnt ist.
So kannst du Verbrühungen bei Kindern vorbeugen
TIPP: Halte immer eine gut ausgestattete Erste-Hilfe-Ausrüstung griffbereit und informiere alle Betreuungspersonen über wichtige Maßnahmen bei Verbrühungen.
