Pseudokrupp bei Kindern: Symptome & Erste Hilfe
Das Wichtigste in Kürze
Was ist Pseudokrupp bei Kindern?
Wissenswert: Der echte Krupp war früher eng mit der bakteriellen Krankheit Diphtherie verbunden, die in Westeuropa heute praktisch ausgerottet ist. Pseudokrupp hingegen ist eine eigenständige virale Erkrankung.
Ursachen von Pseudokrupp – Wie entsteht die Atemwegsentzündung?
Achtung: Die verbreitete Empfehlung, feuchte und warme Luft im Badezimmer zu erzeugen, um Pseudokrupp-Symptome zu lindern, ist mittlerweile überholt. Diese Methode kann bei manchen Kindern zu einer Verschlechterung der Atemwege führen und sollte daher nicht mehr angewendet werden.
Symptome und Auswirkungen von Pseudokrupp auf die Atemwege
Der Pseudokrupp-Anfall tritt häufig nachts ohne Vorwarnung auf: Das Kind wacht plötzlich mit einem trockenen, gepressten Husten auf, der hohl klingt und an bellende Seehunde erinnert. Das Einatmen fällt dabei besonders schwer, begleitet von einer heiseren Stimme und pfeifenden Geräuschen. Die dadurch entstehende Atemnot löst bei vielen Kindern Angst aus, da sie das Gefühl haben zu ersticken. Tatsächlich zeigt sich Atemnot meist erst dann, wenn das verängstigte Kind durch Schreien den Atemwiderstand noch erhöht. Manche Kinder bleiben jedoch relativ ruhig und können die Beschwerden besser kompensieren, vor allem wenn sie von den Eltern beruhigt werden.
- Bellender, rauer Husten (Krupphusten) und Heiserkeit
- Pfeifende oder krächzende Atemgeräusche (Stridor)
- Atemnot, vor allem beim Einatmen
- Schlechter Schlaf, meist Verschlimmerung nachts
- In schweren Fällen bläuliche Lippen oder Hautverfärbungen
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was tun bei Pseudokrupp?
1. Bewahre Ruhe und beruhige dein Kind:
Dein ruhiges Verhalten überträgt sich auf dein Kind und hilft, die Angst und den Stress, der die Atemnot verschlimmern kann, zu reduzieren. Sprich leise und beruhigend mit ihm.
2. Sorge für kühle, frische Luft:
Öffne ein Fenster oder nimm dein Kind mit nach draußen an die frische Luft. Die kühle Luft hilft, die Schleimhäute abschwellen zu lassen und erleichtert das Atmen.
3. Halte dein Kind aufrecht:
Setze oder halte dein Kind in einer aufrechten Position. Das unterstützt die Atmung, da die Atemwege so weniger eingeengt werden.
4. Beobachte die Symptome genau:
Achte auf die Atmung, die Hautfarbe und das Verhalten deines Kindes. Wenn sich die Symptome verschlechtern oder das Kind unruhig wird, ist das ein Warnsignal.
5. Verwende ggf. einen verordneten Inhalator:
Wenn dein Kind einen Inhalator mit Kortison oder anderen Medikamenten hat, setze diesen wie vom Arzt empfohlen ein, um die Schleimhautschwellung zu verringern.
6. Suche medizinische Hilfe, wenn nötig:
Wenn sich die Symptome trotz aller Maßnahmen nicht bessern, das Kind bläuliche Lippen bekommt oder sehr schwer atmet solltest du sofort den Notruf 112 wählen oder die Kinderklinik aufsuchen.
