Pseudokrupp bei Kindern: Symptome & Erste Hilfe

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Das Wichtigste in Kürze

Pseudokrupp ist ein Atemwegsnotfall, der Eltern und Betreuer schnell in Alarm versetzt. Bereits ein leichter Husten kann sich binnen Minuten zu einem bedrohlichen Atemgeräusch entwickeln. Dabei ist Pseudokrupp zwar häufig, aber gut behandelbar. Wichtig ist: Du musst wissen, wie du sofort richtig reagierst, um Panik zu vermeiden und deinem Kind schnell Erleichterung zu verschaffen.

Was ist Pseudokrupp bei Kindern?

Pseudokrupp, auch bekannt als „Krupp-Syndrom“ oder „Krupp-Husten“, ist eine entzündliche Erkrankung der oberen Atemwege, die vor allem bei Kindern zwischen 6 Monaten und 3 Jahren auftritt. Dabei schwillt die Schleimhaut im Kehlkopfbereich an, was zu einem charakteristischen bellenden Husten, Heiserkeit und Atemnot führen kann. Die Erkrankung ist meist viral bedingt und oft nachts besonders ausgeprägt. Obwohl die Symptome beängstigend sind, verläuft Pseudokrupp meist harmlos und bessert sich mit den richtigen Maßnahmen schnell.

Wissenswert: Der echte Krupp war früher eng mit der bakteriellen Krankheit Diphtherie verbunden, die in Westeuropa heute praktisch ausgerottet ist. Pseudokrupp hingegen ist eine eigenständige virale Erkrankung.

Ursachen von Pseudokrupp – Wie entsteht die Atemwegsentzündung?

Pseudokrupp wird in der Regel durch eine Virusinfektion ausgelöst, die zu einer Entzündung und Schwellung der Schleimhäute im Kehlkopf- und oberen Atemwegsbereich führt. Gerade bei kleinen Kindern, deren Atemwege noch sehr eng sind, verengt diese Schwellung den ohnehin knappen Raum zum Atmen erheblich. Äußere Faktoren wie kalte und trockene Luft können diese Schleimhautreizung verstärken und die Symptome verschlimmern.

Achtung: Die verbreitete Empfehlung, feuchte und warme Luft im Badezimmer zu erzeugen, um Pseudokrupp-Symptome zu lindern, ist mittlerweile überholt. Diese Methode kann bei manchen Kindern zu einer Verschlechterung der Atemwege führen und sollte daher nicht mehr angewendet werden.

Symptome und Auswirkungen von Pseudokrupp auf die Atemwege

Kleine Kinder im Alter von etwa 1 bis 5 Jahren sind besonders anfällig für Pseudokrupp, da ihr Kehlkopf und ihre Luftröhre mit etwa 8 Millimetern Durchmesser – ungefähr so dick wie ein Kugelschreiber – deutlich schmaler sind als bei Erwachsenen (ca. 18 Millimeter). Die Virusinfektion führt zu einer Schwellung der Schleimhäute im Kehlkopfbereich, wodurch die Atemwege stark verengt werden. Diese Verengung verändert die Luftströmung und reizt die feinen Härchen in der Luftröhre, was den typischen bellenden Husten verursacht.

Der Pseudokrupp-Anfall tritt häufig nachts ohne Vorwarnung auf: Das Kind wacht plötzlich mit einem trockenen, gepressten Husten auf, der hohl klingt und an bellende Seehunde erinnert. Das Einatmen fällt dabei besonders schwer, begleitet von einer heiseren Stimme und pfeifenden Geräuschen. Die dadurch entstehende Atemnot löst bei vielen Kindern Angst aus, da sie das Gefühl haben zu ersticken. Tatsächlich zeigt sich Atemnot meist erst dann, wenn das verängstigte Kind durch Schreien den Atemwiderstand noch erhöht. Manche Kinder bleiben jedoch relativ ruhig und können die Beschwerden besser kompensieren, vor allem wenn sie von den Eltern beruhigt werden.
  • Bellender, rauer Husten (Krupphusten) und Heiserkeit
  • Pfeifende oder krächzende Atemgeräusche (Stridor)
  • Atemnot, vor allem beim Einatmen
  • Schlechter Schlaf, meist Verschlimmerung nachts
  • In schweren Fällen bläuliche Lippen oder Hautverfärbungen

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was tun bei Pseudokrupp?

1. Bewahre Ruhe und beruhige dein Kind:
Dein ruhiges Verhalten überträgt sich auf dein Kind und hilft, die Angst und den Stress, der die Atemnot verschlimmern kann, zu reduzieren. Sprich leise und beruhigend mit ihm.

2. Sorge für kühle, frische Luft:
Öffne ein Fenster oder nimm dein Kind mit nach draußen an die frische Luft. Die kühle Luft hilft, die Schleimhäute abschwellen zu lassen und erleichtert das Atmen.

3. Halte dein Kind aufrecht:
Setze oder halte dein Kind in einer aufrechten Position. Das unterstützt die Atmung, da die Atemwege so weniger eingeengt werden.

4. Beobachte die Symptome genau:
Achte auf die Atmung, die Hautfarbe und das Verhalten deines Kindes. Wenn sich die Symptome verschlechtern oder das Kind unruhig wird, ist das ein Warnsignal.

5. Verwende ggf. einen verordneten Inhalator:
Wenn dein Kind einen Inhalator mit Kortison oder anderen Medikamenten hat, setze diesen wie vom Arzt empfohlen ein, um die Schleimhautschwellung zu verringern.

6. Suche medizinische Hilfe, wenn nötig:
Wenn sich die Symptome trotz aller Maßnahmen nicht bessern, das Kind bläuliche Lippen bekommt oder sehr schwer atmet solltest du sofort den Notruf 112 wählen oder die Kinderklinik aufsuchen.

Medikamentöse Behandlung: Kortison gegen Pseudokrupp

Kortisonpräparate sind bei Pseudokrupp eine bewährte Behandlungsmöglichkeit. Sie wirken schnell und effektiv, indem sie die Schwellung der Atemwegsschleimhäute reduzieren. Oft werden Kortisonsprays oder -tropfen verabreicht. Die Anwendung sollte immer ärztlich begleitet werden, da die Dosierung und Wirkstoffwahl vom Alter und Schweregrad abhängen. Kortison lindert Symptome und verhindert eine Verschlechterung des Zustands.

Fazit: Schnell und richtig handeln bei Pseudokrupp

Pseudokrupp ist ein häufiges, aber gut behandelbares Atemwegsproblem bei Kindern. Mit dem richtigen Wissen kannst du den Anfall oft selbst mildern oder verhindern. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, das Kind zu beruhigen und geeignete Maßnahmen wie feuchte Luft anzuwenden. Sollte sich der Zustand nicht innerhalb von 10 bis 30 Minuten verbessern, fahre mit offenem Fenster schnellstmöglich in eine Kinderklinik oder wähle die 112. Gerade bei blauen Lippen oder wenn du dich überfordert fühlst, zögere nicht, medizinische Hilfe zu holen. So schützt du dein Kind bestmöglich und kannst beruhigt handeln.