Insektenstiche bei Kindern: Erkennen, behandeln, vorbeugen

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Das Wichtigste in Kürze

Sommer, Sonnenschein – und ein lautes Schreien durchbricht die Idylle. Dein Kind hält sich weinend den Arm, wo sich bereits eine rote, geschwollene Beule bildet. Eine Wespe hat zugestochen. Was für viele nur ein kleiner Schmerz ist, kann bei Kindern schnell zu einer ernsten Situation werden – von starken Schwellungen bis hin zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen. In diesem Artikel erfährst du, wie du Mückenstiche, Bienenstiche und Wespenstiche erkennst, wie du im Notfall richtig handelst und wie du dein Kind bestmöglich schützt.

Wie unterscheiden sich Mücken-, Bienen- und Wespenstiche?

Insekt
Typische Merkmale
Schmerzintensität
Besonderheiten
Mücke
Kleine, rote Quaddel, oft mit Juckreiz
Gering
Juckreiz kann mehrere Tage anhalten
Biene
Rote Schwellung mit Stachel in der Haut
Mittel
Stachel kann stecken bleiben, Gift wirkt lokal
Wespe
Rote, harte Schwellung, meist ohne Stachel
Hoch
Kann mehrfach stechen, sehr schmerzhaft

Symptome eines Insektenstichs

Ein Insektenstich kann je nach Insekt und Empfindlichkeit des Kindes sehr unterschiedlich verlaufen. Während leichte Reaktionen meist innerhalb weniger Stunden bis Tage abklingen, können stärkere Schwellungen oder Juckreiz hingegen bis zu einer Woche anhalten. Häufige Symptome eines Insektenstichs sind:
  • Rötung an der Einstichstelle
  • Schwellung im Bereich des Stichs
  • Juckreiz oder Brennen
  • Schmerz bei Berührung oder Bewegung
  • Überwärmung der Haut

Was tun, wenn dein Kind gestochen wurde?

Bienenstiche:
Bienen hinterlassen beim Stich meist ihren Stachel in der Haut, da dieser kleine Widerhaken besitzt. Bleib ruhig und beruhige dein Kind, denn Panik kann die Situation verschlimmern. Falls der Stachel noch steckt, solltest du ihn vorsichtig mit dem Fingernagel oder einer Pinzette entfernen – ohne dabei den Giftbeutel zu quetschen. Ist man unsicher oder das Kind sehr unruhig, kann es sinnvoll sein, die Entfernung medizinischem Fachpersonal zu überlassen. Anschließend die Einstichstelle kühlen und beobachten.

Wespenstiche:
Wespen können mehrfach zustechen und hinterlassen keinen Stachel. Nach einem Stich solltest du die betroffene Stelle sofort kühlen, um die Schwellung und den Schmerz zu lindern. Markiere den Bereich vorsichtig mit einem Stift, um zu sehen, ob sich die Rötung oder Schwellung ausbreitet. Da Wespenstiche oft sehr schmerzhaft sind, hilft es, das Kind ruhig atmen zu lassen und zu beruhigen. Besonders bei Stichen im Gesicht oder Halsbereich ist erhöhte Vorsicht geboten.

Mückenstiche:
Mückenstiche sind meist harmlos, können aber stark jucken. Kühle die Einstichstelle sofort, zum Beispiel mit einem feuchten, kühlen Tuch. Erkläre deinem Kind, warum es nicht kratzen sollte, um Schwellung und Infektionsgefahr zu vermeiden. Wird der Stich ungewöhnlich groß, heiß oder schmerzhaft, kann das ein Hinweis auf eine allergische Reaktion oder eine Infektion sein – in diesem Fall sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Achtung: Bei Stichen im Mund- oder Rachenraum droht Erstickungsgefahr bei schneller Schwellung. Ruf sofort den Notruf 112 und lass dein Kind bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Eiswürfel lutschen oder kaltes Wasser trinken.

Behandlung von Insektenstichen bei Kindern

Nach einem Stich ist es wichtig, die betroffene Stelle zuerst vorsichtig mit sauberem Wasser zu reinigen und anschließend zu kühlen. Das reduziert sowohl Schmerzen als auch Schwellung. Danach kann eine dünne Schicht einer juckreizstillenden Creme (z. B. mit Antihistamin) oder eine leicht entzündungshemmende Hydrocortison-Creme aufgetragen werden – bei Kindern am besten nach Rücksprache mit einem Arzt. Alternativ können abschwellende Hausmittel wie Zwiebelscheiben oder Aloe-Vera-Gel helfen.

Tipp: Auch lokale Hitze kann wirksam sein. Geräte wie Bite-away oder Heat-it erwärmen die Einstichstelle kurzzeitig auf etwa 50 °C. Diese Hitze zerstört einen Teil der in das Gewebe gelangten Eiweiße im Insektengift und kann so Juckreiz und Schwellung verringern. Die Anwendung sollte direkt nach dem Stich erfolgen und nur kurz andauern, um die Haut nicht zu reizen.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

In den meisten Fällen kannst du Insektenstiche, wie oben beschrieben, selbst behandeln und musst nicht sofort zum Arzt. Dennoch gibt es Situationen, in denen ärztliche Hilfe erforderlich ist:
  • Stiche im Mund- oder Rachenraum
  • Rasch zunehmende Schwellung oder großflächige Ausbreitung
  • Atemnot oder Engegefühl im Hals
  • Fieber oder auffälliges Krankheitsgefühl
  • Eitrige Entzündung der Einstichstelle
  • Bei Kleinkindern und Säuglingen im Zweifel immer ärztlich abklären
Achtung: Symptome wie Atemnot, Quaddeln, Schwellungen im Gesicht/Hals, Schwindel, Erbrechen, Kaltschwitzigkeit oder Kreislaufprobleme können auf eine anaphylaktische Reaktion hinweisen. Ruf in diesem Fall sofort den Notruf 112, um eine allergische Reaktion auf Insektenstiche so schnell wie möglich behandeln zu lassen. Wenn ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor vorhanden ist, solltest du dieses sofort anwenden.

Insektenstiche vorbeugen

Ganz verhindern lassen sich Stiche im Sommer kaum – mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko aber deutlich senken. Helle, lange Kleidung macht es Insekten schwer, die Haut zu erreichen, und geschlossene Schuhe verhindern Stiche an den Füßen. Getränke und süße Speisen im Freien sollten immer abgedeckt sein, da sie Wespen und Bienen anlocken. Für die Nacht oder im Kinderwagen sind Moskitonetze eine gute Lösung. Auch das Vermeiden von stark duftenden Cremes oder Parfums sowie das Auftragen von Schutzmitteln vorm Verlassen des Hauses kann helfen.
  • Pflanzliche Repellents: z. B. mit Zitroneneukalyptus, Lavendel oder Neem – oft besser verträglich für Babys und Kleinkinder
  • Chemische Repellents: z. B. mit DEET oder Icaridin – sehr wirksam, Dosierung und Altersfreigabe beachten